Die Frage hinter dem Vergleich
Wer diese beiden Anbieter gegeneinander stellt, hat meist bereits entschieden, dass ein großes Automations-Werkzeug nicht nötig ist. Es geht um solides Newsletter-Handwerk. Und dann bleibt eine sehr praktische Frage übrig: An welcher Stelle verlierst du im Alltag Zeit?
Wenn du beim Aufbau einer Mail am Editor hängst, Blöcke verrutschen und du nach jedem Versuch die Vorschau prüfst, hilft dir der beste Telefonsupport wenig. Wenn du dagegen an einer rechtlichen oder technischen Frage hängst und keine Antwort in deiner Sprache bekommst, nützt dir der schönste Editor nichts.
In unserer Gesamtwertung erreicht Mailerlite 4,5 von 5 Punkten und liegt damit an der Spitze unseres Testfelds; rapidmail kommt auf 4,2. Der Abstand entsteht fast vollständig über die Bedienbarkeit – bei Zustellbarkeit und Zuverlässigkeit liegen beide eng beieinander.
Der Support-Unterschied im Klartext
rapidmail mit Sitz in Freiburg bietet Support auf Deutsch, per E-Mail und per Telefon. Das ist der Punkt, der in Erfahrungsberichten am häufigsten auftaucht: eine erreichbare Nummer, wenn eine Kampagne klemmt oder eine Frage zur Empfängerliste auftaucht. Die Oberfläche liegt vollständig auf Deutsch vor, dazu auf Englisch, Französisch und Italienisch.
Mailerlite arbeitet aus Vilnius heraus und unterstützt auf Englisch per Chat und E-Mail. Im kostenlosen Tarif ist gar kein persönlicher Support vorgesehen, dort verweist der Anbieter auf die Community. Die deutsche Übersetzung der Oberfläche ist zudem nur teilweise vorhanden – an einigen Stellen begegnen dir englische Begriffe.
Wie schwer das wiegt, hängt an dir. Wer beruflich ohnehin englisch liest, wird kaum etwas vermissen. Wer in einem Verein oder einem kleinen Betrieb arbeitet und die Aufgabe nebenbei erledigt, spürt den Unterschied bei der ersten Rückfrage.
Der Editor-Unterschied im Klartext
Mailerlites Bewertung von 4,5 Punkten kommt vor allem über die Oberfläche zustande. Der Drag-and-drop-Editor war in unserem Test der Baustein, der am wenigsten Nachfragen ausgelöst hat: Blöcke landen dort, wo man sie hinzieht, und die mobile Vorschau bildet ab, was ankommt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber im Testfeld nicht.
rapidmail setzt an einer anderen Stelle an. Statt maximaler Gestaltungsfreiheit gibt es einen Weg, der schnell zu einem passablen Ergebnis führt: Vorlagen, die sich an das eigene Erscheinungsbild anpassen lassen. Für Betriebe ohne Gestaltungsanspruch ist das der kürzere Weg – wer feiner steuern will, stößt früher an Grenzen als bei Mailerlite.
Tarife und Währungen nebeneinander
Ein Punkt vorweg, der beim Preisvergleich gern untergeht: Mailerlite rechnet in US-Dollar ab, rapidmail in Euro. Wir rechnen die Dollar-Beträge nicht um, weil kein verbindlicher Kurs auf der Preisseite hinterlegt ist. Alle Angaben stammen aus unserer offenen Tool-Datenbank.
| Kriterium | rapidmail | Mailerlite |
|---|---|---|
| Anbieter | rapidmail GmbH, Freiburg | UAB Mailerlite, Vilnius |
| Server-Standort | Deutschland (Freiburg, Frankfurt) | EU (Litauen) |
| Zertifizierung | TÜV Saarland und ISO 27001 | keine im Datensatz geführt |
| Kostenlos dauerhaft | nein – erstes Mailing bis 2.000 Empfänger gratis | ja – 250 Kontakte, 2.500 E-Mails/Monat, 2 Nutzer |
| Einstiegstarif | Essential 15 €/Monat (ab 500 Kontakte) | Comfort 12 USD/Monat |
| Nächste Stufen | Performance 25 €, Unlimited 35 € | Power 25 USD/Monat |
| Ohne Grundgebühr | Pay-per-Use ab 0,001 € je E-Mail | nicht vorgesehen |
| Oberfläche | Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch | Englisch, Deutsch nur teilweise |
| Support | Deutsch, Telefon und E-Mail | Englisch, Chat und E-Mail – nicht im Gratistarif |
| Zustellbarkeit im Test | 95 % | 96 % |
| Gesamtnote | 4,2/5 | 4,5/5 |
Kein Dauergratis gegen 250 Kontakte umsonst
Mailerlites kostenloser Tarif umfasst 250 Kontakte, 2.500 E-Mails pro Monat und zwei Nutzerplätze – ohne Ablaufdatum. Für einen entstehenden Verteiler reicht das oft ein ganzes Jahr. Wichtig: Die Grenze liegt seit einer Tarifänderung bei 250 Kontakten, ältere Vergleichsseiten im Netz nennen häufig noch 1.000.
rapidmail hat keinen Dauergratistarif. Stattdessen ist der erste Versand an bis zu 2.000 Empfänger einmalig kostenlos – ein echter Probelauf mit deinem eigenen Verteiler, aber eben nur einmal. Danach beginnt Essential bei 15 €/Monat ab 500 Kontakten.
Diese beiden Modelle passen zu unterschiedlichen Situationen: Wer testen will, wie ein Mailing bei 1.800 Bestandskunden ankommt, ist mit rapidmails Erstversand besser bedient. Wer eine Liste von null aufbaut, fährt mit Mailerlite länger kostenlos. Eine Gesamtübersicht dazu steht auf unserer Seite zu kostenlosen Newsletter-Tools.
Pay-per-Use: rapidmails Sonderweg
Ein Merkmal, das im Testfeld selten ist: rapidmail bietet neben den Monatstarifen eine Abrechnung ab 0,001 € je versendeter E-Mail, ohne Grundgebühr. Für Gelegenheitsversender verändert das die Rechnung grundlegend.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Betrieb mit 3.000 Adressen verschickt zweimal im Jahr ein Mailing. Im Abomodell zahlt er zwölf Monate für zwei Versendungen. Bei der nutzungsbasierten Abrechnung zahlt er nur für die tatsächlich versendeten Mails. Bei Mailerlite gibt es dafür kein Gegenstück – das Abo läuft in jedem Monat weiter, auch wenn nichts verschickt wird. Rechne beide Modelle mit deiner echten Frequenz durch, unser Preisrechner hilft dabei.
Zertifikate gegen EU-Standard
Beim Datenschutz liegen beide auf der sicheren Seite, aber nicht auf derselben Stufe. rapidmail verarbeitet ausschließlich in Deutschland, an Standorten in Freiburg und Frankfurt, und weist eine TÜV-Saarland-Prüfung sowie ISO 27001 aus. In unserer Ampel bedeutet das die oberste Stufe.
Mailerlite verarbeitet in Litauen. Das ist EU-Gebiet, ein Drittlandtransfer entfällt, ein Auftragsverarbeitungsvertrag genügt. Rechtlich ist das ausreichend. Praktisch macht sich der Unterschied dort bemerkbar, wo jemand Nachweise sehen will: Ein Zertifikat auf Deutsch beendet eine Diskussion mit einem Datenschutzbeauftragten schneller als der Verweis auf den EU-Binnenmarkt. Welche Anforderungen tatsächlich gelten, steht in unserem DSGVO-Überblick.
Vier Ausgangslagen
Eine Solo-Selbstständige baut ihre erste Liste auf und gestaltet selbst. Mailerlite, im kostenlosen Tarif. Der Editor spart genau die Zeit, die hier knapp ist, und 250 Kontakte reichen für den Anfang. Weitere Kriterien auf unserer Seite für Freelancer.
Ein Handwerksbetrieb mit 2.500 Kundenadressen, zwei Mailings im Jahr. rapidmail mit nutzungsbasierter Abrechnung. Ein laufendes Abo wäre hier die teurere Variante, und der deutsche Telefonsupport passt zur Arbeitsweise.
Ein Verein, in dem die Newsletter-Aufgabe im Vorstand wechselt. rapidmail. Eine durchgehend deutsche Oberfläche und eine erreichbare Telefonnummer sind mehr wert als ein eleganter Editor, wenn alle zwei Jahre jemand Neues die Aufgabe übernimmt – siehe unsere Seite für Vereine.
Ein Content-Creator mit wöchentlichem Versand und wachsender Liste. Mailerlite. Bei häufigem Versand rechnet sich das Abo, der Editor beschleunigt die Routine, und Englisch ist in dieser Zielgruppe selten ein Hindernis. Ab dem Comfort-Tarif für 12 USD entfällt das Versandlimit.
Wechsel: was übertragbar ist und was nicht
Zwischen diesen beiden Anbietern ist ein Umzug vergleichsweise harmlos, weil beide auf klassische Verteiler setzen und keine tiefen Automationsbäume verwalten. Kontakte, Felder und Anmeldeinformationen lassen sich exportieren und importieren.
Was nicht mitkommt, sind die Vorlagen. Beide Systeme speichern ihre Templates in eigenen Formaten; du baust dein Layout im neuen Werkzeug neu auf. Rechne einen halben bis ganzen Tag dafür ein, wenn dein Newsletter ein festes Erscheinungsbild hat.
Zwei Punkte, an denen Umzüge scheitern: Erstens der Einwilligungsnachweis. Er muss zu jeder Adresse mitwandern, sonst fehlt die Rechtsgrundlage für den weiteren Versand – unsere Double-Opt-in-Anleitung beschreibt, was dokumentiert sein muss. Zweitens die Absenderreputation: Der neue Anbieter versendet über eigene Server, auf denen deine bisherige Historie nicht zählt. Beginne mit einem Teil des Verteilers und steigere langsam, statt sofort alles anzuschreiben. Warum das den Unterschied macht, erklärt unser Beitrag zur Zustellbarkeit.
Wenn beide nicht passen
- Du brauchst mehrstufige, verhaltensabhängige Strecken. Beide sind hier bewusst schlank; der passende Vergleich ist Automation im Überblick.
- Du willst deutschen Support und einen dauerhaft kostenlosen Tarif. Diese Kombination bietet keiner der beiden – wohl aber CleverReach, siehe CleverReach vs. rapidmail.
- Dein Shop soll Bestelldaten für Mailings nutzen. Dann geht es Richtung E-Commerce-Tools, siehe Tools für Online-Shops.
- Du willst dieselbe Software auch für SMS nutzen. Weder rapidmail noch Mailerlite decken das ab – die Alternativen stehen unter Newsletter-Tools mit SMS.
rapidmail wählen
Deutscher Telefonsupport, Server in Deutschland, TÜV- und ISO-Nachweis – und eine Abrechnung pro E-Mail für seltene Versender.
rapidmail testen → (Anzeige)Mailerlite wählen
Bester Editor im Testfeld, 250 Kontakte dauerhaft gratis, wöchentlicher Versand ohne Limit ab dem Comfort-Tarif.
Mailerlite starten → (Anzeige)Fragen zu rapidmail und Mailerlite
Nein. Mailerlite unterstützt auf Englisch per Chat und E-Mail; im kostenlosen Tarif ist gar kein persönlicher Support vorgesehen, dort verweist der Anbieter auf die Community. Auch die deutsche Übersetzung der Oberfläche ist nur teilweise vorhanden. rapidmail bietet dagegen deutschen Support per Telefon und E-Mail.
250 Kontakte, 2.500 E-Mails pro Monat und zwei Nutzerplätze, ohne Ablaufdatum. Ältere Vergleichsseiten nennen häufig noch 1.000 Kontakte – dieser Wert ist überholt. rapidmail hat keinen Dauergratistarif, sondern verschickt das erste Mailing an bis zu 2.000 Empfänger einmalig kostenlos.
Eine Abrechnung ab 0,001 € je versendeter E-Mail ohne monatliche Grundgebühr. Für Betriebe, die nur zwei- oder dreimal im Jahr versenden, ist das meist günstiger als ein durchlaufendes Abo. Mailerlite hat kein Gegenstück dazu: Dort läuft der Tarif auch in Monaten weiter, in denen nichts verschickt wird.
Mit 4,5 zu 4,2 Punkten liegt Mailerlite vorn, und der Abstand entsteht fast vollständig über die Bedienbarkeit. Der Drag-and-drop-Editor löste in unserem Test die wenigsten Nachfragen aus. Bei Zustellbarkeit und Zuverlässigkeit liegen beide eng zusammen, bei Support und Datenschutznachweisen liegt rapidmail vorn.
Ja. Der Comfort-Tarif steht mit 12 USD und der Power-Tarif mit 25 USD pro Monat auf der Preisseite. Wir rechnen diese Beträge nicht in Euro um, weil kein verbindlicher Kurs hinterlegt ist. rapidmail rechnet in Euro ab, was die Planung vereinfacht.
Überschaubar, weil beide auf klassische Verteiler setzen. Kontakte, Felder und Anmeldeinformationen lassen sich exportieren und importieren. Nicht übertragbar sind die Vorlagen – rechne mit einem halben bis ganzen Tag für den Neuaufbau des Layouts. Wichtig: Einwilligungsnachweise müssen mitwandern, und das Versandvolumen sollte beim neuen Anbieter langsam gesteigert werden.