In Kürze: Brevo begrenzt wie oft du sendest, GetResponse begrenzt ob du überhaupt kostenlos senden darfst. Wer eine große Adressliste hat und selten versendet, fährt mit Brevo lange gratis. Wer regelmäßig Kampagnen fahren und daraus verkaufen will, zahlt bei GetResponse zwar von Anfang an, bekommt aber ein deutlich breiteres Werkzeugset.

Zwei Einstiegskurven, die nicht vergleichbar aussehen

Brevo mit Sitz in Paris und einem Standort in Berlin verfolgt ein Modell, das im Testfeld sonst niemand anbietet: Der kostenlose Tarif kennt keine Obergrenze bei den Kontakten. Du darfst 200 Adressen speichern oder 40.000 – begrenzt ist ausschließlich der Versand auf 300 E-Mails pro Tag, also rund 9.000 im Monat. Dazu kommen ein Live-Chat und ein einfaches CRM.

GetResponse aus Danzig hat den früheren Gratistarif abgeschafft. Geblieben ist eine 14-tägige Testphase; danach beginnt der Starter-Tarif bei 16 €/Monat, und zwar ab 1.000 Kontakten – kleinere Stufen gibt es nicht. Wer mit 200 Adressen anfängt, zahlt denselben Preis wie jemand mit 900.

Diese beiden Kurven kreuzen sich irgendwann, und der Kreuzungspunkt hängt weniger an deiner Listengröße als an deiner Versandfrequenz. Genau darum geht es auf dieser Seite.

Der Kanalunterschied: E-Mail allein reicht vielen nicht mehr

Brevo ist als Mehrkanal-Plattform gebaut. E-Mail, SMS, WhatsApp Business und Website-Chat laufen über dieselbe Kontaktbasis. Für Terminerinnerungen, Statusmeldungen und Transaktionsnachrichten ist das ein handfester Vorteil: Du brauchst kein zweites System und keine zweite Einwilligungsverwaltung. Wer über SMS nachdenkt, findet die Details auf unserer Seite zu Newsletter-Tools mit SMS.

GetResponse geht in die Tiefe statt in die Breite. Statt weiterer Kanäle gibt es Werkzeuge, die aus einem E-Mail-Kontakt einen Käufer machen sollen: Landingpages, Conversion-Funnels, Webinare ab dem Marketer-Tarif und ein KI-gestützter E-Mail-Generator. Das Ziel ist nicht, mehr Kanäle zu bedienen, sondern einen Kanal vollständig auszureizen.

Was Einstieg und Ausbau jeweils kosten

Alle Werte stammen aus unserer offenen Tool-Datenbank; beide Anbieter rechnen in Euro ab, ein Währungsrisiko gibt es hier also nicht.

KriteriumBrevoGetResponse
AnbieterBrevo, Paris und BerlinGetResponse S.A., Danzig
DatenverarbeitungFrankreich / DeutschlandEU (Polen)
Kostenlos dauerhaftja: unbegrenzte Kontakte, 300 E-Mails/Tagnein: 14 Tage Testphase
Erster bezahlter TarifStarter 7 €/Monat (6,33 € im Jahresabo)Starter 16 €/Monat (13,12 € im Jahresabo)
Automation enthalten abStandard 15 €/Monat (13,50 € jährlich)Marketer 54 €/Monat (44,28 € jährlich)
Weitere KanäleSMS, WhatsApp, Chat, CRMkeine – dafür Webinare und Funnels
Landingpagesab Standardin allen Tarifen
Oberfläche & SupportDeutsch (Chat, E-Mail)Deutsch (Chat, E-Mail)
Zustellbarkeit im Test95 %95 %
Gesamtnote4,3/54,4/5

Brevos Free-Plan im Alltag: 300 E-Mails am Tag

Das Tageslimit ist die entscheidende Größe und wird regelmäßig falsch verstanden. Es bedeutet nicht, dass du nur 300 Kontakte haben darfst. Es bedeutet, dass ein Versand an 1.200 Empfänger über vier Tage verteilt wird.

Für manche Anwendungen ist das völlig unerheblich: Eine Mitgliederinformation, die am Dienstag statt am Montag ankommt, verliert nichts. Für andere ist es ein Ausschlusskriterium – eine zeitkritische Aktion, die alle gleichzeitig erreichen soll, lässt sich so nicht fahren. Prüfe also nicht deine Listengröße, sondern deinen Versandrhythmus.

Der Sprung auf den Starter-Tarif für 7 €/Monat hebt das Limit auf 20.000 E-Mails im Monat und entfernt das Brevo-Logo aus deinen Mails. Das ist der günstigste bezahlte Einstieg im gesamten Testfeld. Weitere kostenlose Optionen stehen auf unserer Übersicht kostenloser Newsletter-Tools.

GetResponse ohne Gratistarif: 14 Tage zum Entscheiden

Wer bei GetResponse einsteigt, hat zwei Wochen, um zu beurteilen, ob sich das Abo lohnt. Das ist wenig für eine Plattform dieser Breite – und es lohnt sich, die Zeit gezielt zu nutzen: Baue in den ersten Tagen genau die eine Strecke, wegen der du GetResponse überhaupt in Betracht ziehst. Wer stattdessen alle Funktionen anschaut, hat nach zwei Wochen einen Eindruck, aber keine Entscheidungsgrundlage.

Wichtig zu wissen: Die Werkzeuge, die den Ausschlag geben, liegen meist nicht im Starter-Tarif. Webinare, Funnels und Kontakt-Scoring beginnen bei Marketer für 54 €/Monat. Wer wegen dieser Bausteine kommt, sollte gedanklich mit diesem Betrag rechnen, nicht mit 16 €.

Preisverlauf bei wachsender Liste

Der Reflex, den günstigeren Einstieg zu nehmen, führt oft in eine Zwickmühle. Brevo staffelt nach Versandvolumen, GetResponse nach Kontaktzahl. Das führt zu zwei sehr verschiedenen Verläufen:

  • Große Liste, seltener Versand – etwa 8.000 Adressen, vier Mailings im Jahr: Brevo ist deutlich günstiger, weil die Kontaktzahl im Preis keine Rolle spielt. Bei GetResponse zahlst du die 8.000 Kontakte jeden Monat mit.
  • Kleine Liste, häufiger Versand – etwa 900 Adressen, zwei Mailings pro Woche: Hier nähern sich die Modelle an, und die Funktionsfrage entscheidet statt des Preises.
  • Wachsende Liste mit Verkaufsabsicht: GetResponse wird teurer, liefert aber Funnels und Webinare mit. Bei Brevo müsstest du diese Bausteine zukaufen – dann kippt der Preisvorteil.

Rechne beide Varianten mit deinen echten Zahlen durch, bevor du dich festlegst; unser Preisrechner nimmt dir das ab.

Vier Ausgangslagen und die passende Antwort

Ein Verein mit 3.500 Mitgliedern und vier Rundschreiben im Jahr. Brevo, und zwar im kostenlosen Tarif. Die Kontaktzahl spielt keine Rolle, und ein Versand über zwölf Tage gestreckt ist bei vier Mailings im Jahr kein Problem. Mehr dazu auf unserer Seite für Vereine.

Eine Kursanbieterin, die über Live-Webinare verkauft. GetResponse im Marketer-Tarif. Das Webinar-Modul ist der Grund für die Entscheidung; Brevo hat dafür kein Gegenstück. Vergleichbare Überlegungen stehen unter ActiveCampaign vs. GetResponse.

Ein Dienstleister, der Terminerinnerungen per SMS und Newsletter per E-Mail verschickt. Brevo, weil beide Kanäle auf derselben Kontaktbasis laufen. Mit GetResponse bräuchtest du ein zweites System.

Ein junges Unternehmen, das eine Liste erst aufbaut und daraus verkaufen will. Startet mit Brevo, solange die Liste klein ist, und prüft den Wechsel, sobald Funnels und Landingpages zum Engpass werden. Ein Wechsel bei 500 Kontakten ist deutlich einfacher als bei 15.000 – passende Kriterien auf unserer Seite für Startups.

Datenschutz: beide innerhalb der EU, mit einem Unterschied

Weder Brevo noch GetResponse lösen einen Drittlandtransfer aus. Brevo verarbeitet in Frankreich und Deutschland, GetResponse in Polen; in beiden Fällen genügt ein Auftragsverarbeitungsvertrag ohne Zusatzprüfung. In unserer Ampel stehen beide auf der EU-Stufe.

Der Unterschied ist praktischer Natur: Brevo betreibt einen Standort in Berlin, was bei Nachweisen gegenüber deutschen Auftraggebern gelegentlich das Gespräch verkürzt. Rechtlich macht es keinen Unterschied – die DSGVO gilt in Danzig genauso wie in Berlin. Was du bei jedem der beiden Anbieter selbst erledigen musst, steht in unserer DSGVO-Anleitung.

Umzug zwischen Brevo und GetResponse

Der Adressumzug ist in beiden Richtungen unkritisch: Kontakte, Felder und Attribute lassen sich exportieren und importieren, samt Einwilligungsnachweis – und der muss mitkommen, sonst fehlt die Rechtsgrundlage für den weiteren Versand. Unsere Double-Opt-in-Anleitung beschreibt, worauf dabei zu achten ist.

Aufwendig wird es bei allem, was nicht Adresse ist. Von Brevo nach GetResponse verlierst du die SMS- und WhatsApp-Strecken, weil GetResponse diese Kanäle nicht bedient. In die Gegenrichtung bleiben Funnels, Landingpages und Webinar-Historien zurück.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Wer von Brevos kostenlosem Tarif zu GetResponse wechselt, verliert die Möglichkeit, eine große Liste kostenlos zu parken. Wenn ein Teil deiner Adressen nur einmal im Jahr angeschrieben wird, verursacht dieser Teil bei GetResponse ab dem ersten Monat Kosten. Prüfe vorher, ob sich Karteileichen aussortieren lassen – das ist ohnehin gut für die Zustellbarkeit.

Wofür beide die falsche Antwort sind

  • Deutsche Server sind Pflicht. Beide verarbeiten in der EU, aber nicht ausschließlich in Deutschland. Für diesen Anspruch führt der Weg über deutsche DSGVO-Tools.
  • Du brauchst ein Sales-CRM mit Pipeline. Brevos CRM ist bewusst einfach gehalten, GetResponse hat keins – siehe KlickTipp vs. ActiveCampaign.
  • Dein Shop soll Warenkorbabbrecher zurückholen. Dafür sind E-Commerce-Spezialisten die bessere Basis, siehe Tools für Online-Shops.
  • Dir geht es allein um einen bequemen Editor. Dann ist Brevo vs. Mailerlite der passendere Vergleich.

Brevo wählen

Große Liste bei seltenem Versand, mehrere Kanäle auf einer Kontaktbasis, günstigster bezahlter Einstieg ab 7 €/Monat.

Brevo starten → (Anzeige)

GetResponse wählen

Verkauf aus dem Verteiler, Webinare und Funnels im selben System, Landingpages in jedem Tarif.

GetResponse testen → (Anzeige)
Transparenz-Hinweis: Die als „Anzeige“ markierten Links sind Partnerlinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, bekommen wir eine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Alle Tarife und Testwerte stammen aus unserem offenen Datensatz.

Fragen zu Brevo und GetResponse

Unbegrenzt viele. Begrenzt ist nur der Versand auf 300 E-Mails pro Tag, also rund 9.000 pro Monat. Ein Mailing an 1.200 Empfänger verteilt sich damit auf vier Tage. Entscheidend ist also nicht deine Listengröße, sondern dein Versandrhythmus.

Nein. Der frühere Gratistarif wurde abgeschafft; geblieben ist eine 14-tägige Testphase. Danach beginnt der Starter-Tarif bei 16 €/Monat, und zwar ab 1.000 Kontakten – kleinere Stufen gibt es nicht.

Das hängt am Nutzungsmuster. Brevo staffelt nach Versandvolumen, GetResponse nach Kontaktzahl. Bei großer Liste und seltenem Versand ist Brevo klar günstiger. Bei kleiner Liste und häufigen Kampagnen nähern sich die Kosten an, und die Funktionsfrage entscheidet statt des Preises.

Nein. Webinare sind eine Eigenheit von GetResponse und ab dem Marketer-Tarif für 54 €/Monat enthalten. Brevo geht in die Breite statt in die Tiefe und deckt dafür SMS, WhatsApp Business und Website-Chat auf derselben Kontaktbasis ab.

Beide verarbeiten innerhalb der EU – Brevo in Frankreich und Deutschland, GetResponse in Polen. Ein Drittlandtransfer entfällt, ein Auftragsverarbeitungsvertrag genügt. Wer ausschließlich deutsche Server verlangt, muss dagegen bei deutschen Anbietern suchen.

Adressen samt Einwilligungsnachweis lassen sich in beide Richtungen übertragen. Nicht übertragbar sind SMS- und WhatsApp-Strecken Richtung GetResponse sowie Funnels, Landingpages und Webinar-Historien Richtung Brevo. Wer von Brevos Gratistarif wechselt, verliert zudem die Möglichkeit, selten genutzte Adressen kostenlos zu halten.

Vertiefende Seiten zu beiden Anbietern