Schnellurteil: Besteht dein Verteiler aus wenigen, klar getrennten Empfängerkreisen – Kundennewsletter, Mitgliederinfo, Pressemailing –, arbeitest du mit CleverReach schneller und ab 15 €/Monat auch günstiger. Soll dagegen dieselbe Person je nach Verhalten unterschiedliche Mails bekommen, ist die Tag-Struktur von KlickTipp ab 30 €/Monat den Aufpreis wert.

Die eigentliche Frage lautet nicht „welches Tool ist besser“

Zwischen diesen beiden Anbietern nach der besseren Software zu suchen, führt in die Irre. CleverReach aus Rastede in Niedersachsen kommt in unserem 12-Wochen-Test auf 4,2 von 5 Punkten, KlickTipp aus Frankfurt am Main auf 4,3 – der Abstand ist kleiner als die Streuung zwischen zwei Testdurchläufen. Beide verarbeiten personenbezogene Daten ausschließlich in Deutschland, beide bieten deutschsprachigen Support, beide liefern zuverlässig aus.

Was sie trennt, ist ein Architekturprinzip. CleverReach denkt in Empfängerlisten: Du legst eine Liste an, füllst sie über ein Anmeldeformular, versendest an diese Liste. Wer in mehreren Listen steht, steht dort mehrfach. KlickTipp denkt in Tags am Kontakt: Jede Adresse existiert genau einmal, und alles Weitere – Interesse, Kaufhistorie, Kursfortschritt, Sprache – hängt als Markierung daran. Versendet wird nicht an eine Liste, sondern an alle, auf die eine Tag-Kombination zutrifft.

Diese Entscheidung lässt sich später nur mit Aufwand revidieren, weil deine Formulare, deine Automationen und deine Auswertungen darauf aufbauen. Deshalb lohnt es sich, sie bewusst zu treffen statt nach Tarifpreis zu gehen.

Kennzahlen aus unserem Datensatz

Alle Werte stammen aus unserer offenen Newsletter-Tools-Datenbank und wurden zuletzt gegen die offiziellen Preisseiten der Anbieter geprüft.

KriteriumCleverReachKlickTipp
Kontakt-ModellListen (Kontakt kann mehrfach vorkommen)Tags (jeder Kontakt existiert einmal)
FirmensitzRastede, NiedersachsenFrankfurt am Main
Server-StandortDeutschlandDeutschland
Kostenloser EinstiegLite: dauerhaft 250 Kontakte, 1.000 E-Mails/Monatkein Free-Plan, 30 Tage Geld-zurück-Garantie
Erster bezahlter TarifBasic 15 €/Monat (ab 500 Kontakte)Standard 30 €/Monat (2.500 Kontakte)
Automation im Tarifab Pro 18 €/Monat3 Automationen ab Standard
Zustellbarkeit im Test96 %99,78 %
DSGVO-Bewertung5.0/54.8/5
Gesamtnote4,2/54,3/5

Listen-Denke: wofür CleverReach gebaut ist

Ein Verein verschickt eine Mitgliederinformation. Ein Handwerksbetrieb schickt zweimal im Jahr einen Kundenbrief. Eine Praxis informiert über geänderte Sprechzeiten. In all diesen Fällen ist die Empfängergruppe stabil, und die Frage „wer bekommt diese Mail?“ ist mit einem Satz beantwortet. Genau dafür ist das Listenmodell da: Formular anlegen, Liste füllt sich, Newsletter raus.

CleverReach liefert dazu ein deutschsprachiges Backend, Reports, Autoresponder und ab dem Pro-Tarif für 18 €/Monat auch mehrstufige Automationen und A/B-Tests. Die ISO-27001-Zertifizierung und der Auftragsverarbeitungsvertrag sind Standardware und lassen sich ohne Rückfragen abschließen – das ist der Grund, warum die Software in unserer Ampel auf der obersten Stufe steht.

Der Preis beginnt bei 15 €/Monat ab 500 Kontakten und steigt stufenweise mit der Kontaktzahl. Darunter liegt der Lite-Tarif, der mit 250 Kontakten und 1.000 E-Mails pro Monat dauerhaft nichts kostet. Für einen kleinen Verteiler ist das kein Testzugang, sondern eine Dauerlösung – mehr dazu auf unserer Übersicht kostenloser Newsletter-Tools.

Die Schwäche des Modells zeigt sich, sobald Empfängerkreise sich überschneiden. Wer sowohl Kunde als auch Webinar-Teilnehmer ist, steht in zwei Listen. Verschickst du an beide, bekommt die Person die Mail doppelt – es sei denn, du pflegst Ausschlüsse. Bei drei Listen ist das noch beherrschbar, bei zwölf nicht mehr.

Tag-Denke: wofür KlickTipp gebaut ist

KlickTipp dreht das Prinzip um. Die Kontaktdatenbank kennt jede Adresse genau einmal. Was diese Person getan hat, steht als Tag daran: Webinar gesehen, Kurs gekauft, seit 90 Tagen inaktiv. Versendet wird an eine Bedingung, nicht an eine Liste. Doppelversand ist damit systembedingt ausgeschlossen.

Der Gewinn liegt weniger im Versand als in der Folgekommunikation. Wer eine Sequenz baut, die je nach Klickverhalten unterschiedlich weiterläuft, bildet das mit Tags in wenigen Schritten ab. Deshalb finden sich unter den KlickTipp-Nutzern überdurchschnittlich viele Coaches, Kursanbieter und Berater – die Zielgruppe, die wir auf unserer Seite zu Newsletter-Tools für Coaches genauer beschreiben.

Mit 99,78 % erreicht KlickTipp den höchsten Zustellwert unseres gesamten Testfelds. Das ist kein Zufallsergebnis, sondern Folge einer sehr strengen Aufnahmepolitik gegenüber Absendern. Wie dieser Wert zustande kommt und was er im Alltag bedeutet, steht in unserem Beitrag zur Zustellbarkeit von Newslettern.

Der Einstieg kostet 30 €/Monat im Standard-Tarif, der 2.500 Kontakte, drei Automationen, drei Landingpages und eine E-Mail-Flatrate enthält. Premium liegt bei 50 €/Monat für 5.000 Kontakte, sechs Automationen und den SmartCopywriter, Deluxe bei 70 €/Monat für 7.500 Kontakte inklusive SMS-Marketing. Einen kostenlosen Dauerplan gibt es nicht; stattdessen greift eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie.

Was der Preisabstand wirklich bedeutet

Auf den ersten Blick ist KlickTipp doppelt so teuer. Der Vergleich hinkt aber, weil die Tarife unterschiedlich geschnitten sind. CleverReachs 15 € gelten ab 500 Kontakten und steigen mit jeder Staffel; KlickTipps 30 € decken direkt 2.500 Kontakte ab. Bei einem sehr kleinen Verteiler ist CleverReach klar günstiger, bei einigen tausend Adressen schrumpft der Abstand deutlich. Rechne deinen konkreten Fall mit unserem Preisrechner durch, bevor du dich auf eine Zahl festlegst.

Der zweite Punkt: Bei CleverReach hängt Marketing Automation am Pro-Tarif. Wer sie braucht, vergleicht also 18 € gegen 30 € – nicht 15 € gegen 30 €.

Vier Ausgangslagen und die jeweils passende Wahl

Ein Verein mit 800 Mitgliedern, vier Mailings im Jahr. Hier gewinnt CleverReach ohne Diskussion. Der Verteiler ist stabil, es gibt keine Verhaltenslogik abzubilden, und der deutsche Telefon-Support hilft ehrenamtlichen Vorständen mehr als jede Automationstiefe. Details dazu auf unserer Seite für Vereine.

Eine Trainerin mit einem Online-Kurs und einem Coaching-Angebot. Dieselbe Person kann Interessentin für das eine und Kundin des anderen sein. Genau diese Überschneidung bildet KlickTipp sauber ab, CleverReach nur mit Ausschlusslisten. Empfehlung: KlickTipp.

Ein Handwerksbetrieb mit 2.000 Kundenadressen und einer Willkommensstrecke. Hier reicht CleverReach im Pro-Tarif. Eine dreistufige Begrüßungssequenz ist keine Aufgabe, für die sich ein Tag-System lohnt.

Ein Berater, der aus dem Newsletter heraus verkauft. Wenn Klickverhalten darüber entscheiden soll, welche Mail als nächste kommt, ist die Tag-Struktur der Kern des Geschäfts und kein Komfortmerkmal. Empfehlung: KlickTipp – und zwar von Anfang an, nicht als späterer Umbau.

Datenschutz: beide deutsch, trotzdem nicht identisch

Beide Anbieter erfüllen die Kriterien, die wir an einen datenschutzrechtlich unkritischen Dienst anlegen: Firmensitz in Deutschland, Datenverarbeitung in Deutschland, Auftragsverarbeitungsvertrag ohne Drittlandtransfer. Ein US-Vertragspartner ist bei keinem von beiden im Spiel, die Schrems-II-Problematik entfällt also.

Der kleine Unterschied in unserer Bewertung – 5.0 gegen 4.8 – rührt daher, dass CleverReach die ISO-27001-Zertifizierung offen ausweist und den AVV direkt im Account abschließbar macht. Praktisch relevant wird das vor allem, wenn du gegenüber einem Auftraggeber oder einem Datenschutzbeauftragten Nachweise vorlegen musst. Was dabei sonst zu beachten ist, steht in unserer DSGVO-Anleitung für Newsletter.

Umstieg in beide Richtungen

Von CleverReach zu KlickTipp umzuziehen bedeutet nicht, Adressen zu exportieren und zu importieren – das ist der einfache Teil. Der Aufwand steckt darin, aus deinen bisherigen Listen ein Tag-Konzept abzuleiten. Aus der Liste „Kunden“ wird ein Tag, aus „Newsletter allgemein“ ein zweiter, aus Überschneidungen werden Kombinationen. Plane diesen Entwurf, bevor du die erste Adresse importierst, sonst bildest du deine Listenstruktur eins zu eins als Tags nach und verschenkst genau den Vorteil, für den du zahlst.

In die Gegenrichtung ist es technisch simpler, inhaltlich aber verlustreich: Tag-Kombinationen lassen sich nur als getrennte Listen abbilden, und Kontakte mit mehreren Tags landen dann mehrfach. Rechne in beiden Richtungen damit, dass Automationen komplett neu aufgebaut werden müssen – übertragbar sind Adressen samt Anmeldenachweis, nicht Logik.

Wichtig in jedem Fall: Der Nachweis der Einwilligung muss mitwandern. Wer Adressen ohne dokumentiertes Double-Opt-in überträgt, verliert die Rechtsgrundlage. Unsere Anleitung zum Double-Opt-in beschreibt, worauf beim Export zu achten ist.

Wann diese Gegenüberstellung die falsche Frage stellt

Diese Seite vergleicht zwei deutsche Anbieter der oberen Preisklasse. Sie hilft dir nicht weiter, wenn einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft:

  • Du willst dauerhaft nichts zahlen. Dann ist der Vergleich CleverReach vs. Mailerlite passender – oder Brevo mit unbegrenzten Kontakten im Gratistarif.
  • Du betreibst einen Onlineshop und brauchst Warenkorbabbrecher-Strecken. Dann sieh dir Newsletter-Tools für Online-Shops an; beide hier verglichenen Tools sind keine E-Commerce-Spezialisten.
  • Du brauchst ein Sales-CRM im selben System. Weder CleverReach noch KlickTipp bringen eines mit; die Abwägung dazu steht unter KlickTipp vs. ActiveCampaign.
  • Du versendest nur ein- oder zweimal im Jahr. Dann ist ein Monatsabo die falsche Preisform – rapidmails Pay-per-Use passt besser, siehe CleverReach vs. rapidmail.

CleverReach wählen

Stabile Empfängerkreise, kleines Budget, deutscher Telefon-Support und ein dauerhaft kostenloser Einstieg mit 250 Kontakten.

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KlickTipp wählen

Verhaltensabhängige Strecken, überlappende Zielgruppen, Verkauf aus dem Verteiler heraus – und die höchste Zustellrate im Testfeld.

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Transparenz-Hinweis: Die mit „Anzeige“ gekennzeichneten Links sind Partnerlinks. Schließt du darüber ab, erhalten wir eine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Bewertungen und Kennzahlen auf dieser Seite stammen aus unserem eigenen Test und unserem offenen Datensatz.

Häufige Fragen zu CleverReach und KlickTipp

CleverReach arbeitet primär listenbasiert und ergänzt das um Segmentierungsfelder. Für einfache Unterscheidungen reicht das. Was CleverReach nicht leistet, ist der Ansatz, jeden Kontakt genau einmal zu führen und die gesamte Kommunikation über Markierungen zu steuern – das ist die Kernidee von KlickTipp.

Der direkte Zahlenvergleich täuscht, weil die Tarife unterschiedlich geschnitten sind. CleverReachs 15 €/Monat gelten ab 500 Kontakten und steigen mit jeder Staffel, KlickTipps 30 €/Monat decken bereits 2.500 Kontakte ab. Wer bei CleverReach Automationen braucht, zahlt zudem den Pro-Tarif mit 18 €/Monat.

Nein. KlickTipp bietet keinen dauerhaft kostenlosen Plan, sondern eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie. Einen echten Gratistarif gibt es bei CleverReach: den Lite-Plan mit 250 Kontakten und 1.000 E-Mails pro Monat, dauerhaft und ohne Ablaufdatum.

Der Wert stammt aus unserem 12-Wochen-Test und ist der höchste im gesamten Testfeld; CleverReach liegt bei 96 %. Ein Teil des Vorsprungs geht auf die strenge Aufnahmepolitik gegenüber Absendern zurück. Die eigene Listenhygiene bleibt trotzdem der größere Hebel – ein schlecht gepflegter Verteiler landet auch bei KlickTipp im Spam-Ordner.

Automationen lassen sich zwischen den beiden Systemen nicht übertragen und müssen neu aufgebaut werden. Übertragbar sind Kontaktdaten samt Einwilligungsnachweis. Plane vor dem Import ein Tag-Konzept, sonst bildest du deine alte Listenstruktur nur nach und verschenkst den Vorteil des Tag-Modells.

In aller Regel CleverReach: Der Mitgliederverteiler ist stabil, es gibt kaum verhaltensabhängige Strecken, und der deutschsprachige Telefon-Support entlastet ehrenamtliche Vorstände. Bei bis zu 250 Mitgliedern kann der kostenlose Lite-Tarif sogar dauerhaft ausreichen.

Weiterlesen zu diesen beiden Anbietern