Kurzfazit:
- Stärken: elf Netzwerke in einem Planer, Auswertung inklusive Wettbewerber und Werbekonten, beste Posting-Zeiten aus den eigenen Daten, offizieller Claude-Connector, Sitz in der EU (Madrid), dauerhaft kostenloser Einstieg.
- Schwächen: LinkedIn und X fehlen im Free-Plan, X kostet auch in Bezahltarifen einen Aufpreis, Team-Freigaben und Automationsanbindungen (Zapier, Make, API) gibt es erst ab Advanced, der Speicherort der Daten steht nicht in den Rechtstexten.
- Für wen: Solo-Selbstständige, Coaches und kleine Agenturen mit mehreren Netzwerken. Wer nur LinkedIn bespielt und keine Auswertung braucht, kommt auch mit dem LinkedIn-Planer allein zurecht.
Was Metricool ist
Metricool ist ein Werkzeug zur Planung und Auswertung von Social-Media-Beiträgen, betrieben von der METRICOOL SOFTWARE, S.L. mit Sitz in Madrid. Der Anbieter bündelt drei Aufgaben, die sonst auf mehrere Tools verteilt sind: einen Planer, in dem du Beiträge für mehrere Netzwerke vorbereitest und zeitlich einstellst; eine Auswertung, die Follower, Reichweite, Interaktionen und Impressionen je Netzwerk zusammenführt; und einen Wettbewerbsvergleich, der fremde Konten neben deinen eigenen zeigt.
Unterstützt werden laut Anbieter Instagram, Facebook, X, LinkedIn, TikTok, YouTube, Pinterest, Threads, Bluesky, Twitch und Google Business Profile. Dazu kommen Werbekonten bei Meta Ads, Google Ads und TikTok Ads, deren Kennzahlen Metricool ausliest.
Organisiert ist alles in „Marken“: Eine Marke ist ein Kunde oder ein Projekt mit je einem Konto pro Netzwerk. Die Zahl der Marken entscheidet über den Tarif.
Funktionen im Überblick
Planer
Beiträge für mehrere Netzwerke in einem Kalender vorbereiten, mit Vorschau je Netzwerk und Vorschlag der besten Uhrzeit aus den eigenen Interaktionsdaten. In Bezahltarifen ohne feste Obergrenze (Fair Use), im Free-Plan 20 Beiträge pro Monat.
Auswertung
Kennzahlen aller verbundenen Konten in einer Ansicht, im Free-Plan 30 Tage rückwirkend, in Bezahltarifen ohne zeitliche Grenze. PDF- und PPT-Berichte ab Starter, anpassbare Berichtsvorlagen und ein Looker-Studio-Anschluss ab Advanced.
Wettbewerber
Fremde öffentliche Konten beobachten und mit den eigenen vergleichen: 5 Konten im Free-Plan, bis 100 ab Starter. Die Benchmarks nutzt auch der Claude-Connector.
Inbox
Kommentare und Nachrichten der verbundenen Konten an einem Ort beantworten. Die Inbox ist über die Weboberfläche erreichbar, nicht über den Claude-Connector.
KI-Assistent und MCP
Ein eingebauter Assistent hilft beim Texten. Zusätzlich betreibt Metricool einen offenen MCP-Server, über den Claude, ChatGPT und andere Assistenten den Planer und die Auswertung steuern. Der MCP läuft in jedem Tarif, auch im Free-Plan.
Team und Freigaben
Mehrere Nutzer, Kundenzugänge und ein Freigabeprozess vor der Veröffentlichung gibt es ab Advanced. Starter ist auf eine Person ausgelegt, die bis zu fünf Marken betreut.
Preise 2026
Metricool rechnet in Euro ab. Die Preise unten stammen von der Preisseite, geprüft am 29.09.2026, jeweils für die kleinste Stufe eines Tarifs; größere Markenpakete kosten mehr.
| Tarif | Monatlich | Jährlich (je Monat) | Marken | Enthalten |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 0 € | 1 | 20 geplante Beiträge/Monat, 30 Tage Statistik, 5 Wettbewerber, KI-Assistent, MCP; ohne LinkedIn und X |
| Starter | 20 € | 16 € | bis 5 | Planung ohne feste Obergrenze, volle Statistik-Historie, 100 Wettbewerber, LinkedIn, PDF/PPT-Berichte, Canva und Google Drive |
| Advanced | 54 € | 43 € | ab 15 | zusätzlich Team und Kundenzugänge, Freigabe-Workflow, eigene Berichtsvorlagen, Looker Studio, Zapier/Make, API |
| Custom | auf Anfrage | frei | White Label, eigener Ansprechpartner, individuelle KI-Kontingente | |
Zwei Hinweise zur Preisseite: Erstens nennt Metricool ausdrücklich, dass es keine zeitlich befristete Testphase der Bezahltarife gibt; der Free-Plan ist der Einstieg und läuft unbegrenzt. Über Aktionscodes von Partnern, in unserem Fall TOOLCHECK, sind 30 Tage Testzeit auf einen Bezahltarif dennoch möglich, allerdings nur mit Eingabe des Codes beim Tarifwechsel; ohne Code startet der Tarif sofort kostenpflichtig. Zweitens wird X (Twitter) in allen Tarifen als kostenpflichtiges Zusatzmodul geführt; wer X einplant, sollte den Aufpreis vor der Buchung prüfen.
Free-Plan: Was fehlt
Der kostenlose Tarif ist für einen ersten Eindruck brauchbar, aber mit klaren Grenzen. Laut der Hilfeseite zu den Tarifunterschieden fehlen im Free-Plan:
Im Free-Plan enthalten
- 1 Marke mit je einem Konto pro Netzwerk
- 20 geplante Beiträge pro Monat, monatlich zurückgesetzt
- 30 Tage Statistik-Historie
- 5 Wettbewerber-Konten
- KI-Assistent und MCP-Anbindung
- ohne Kreditkarte, ohne Ablauf
Nur in Bezahltarifen
- LinkedIn-Verbindung (ab Starter)
- X-Verbindung (Zusatzmodul)
- PDF- und PPT-Berichte, eigene Berichtsvorlagen
- Hashtag-Finder, Beitragsbibliothek, SmartLinks
- Canva- und Google-Drive-Anbindung
- Zapier, Make und API (ab Advanced)
Die LinkedIn-Grenze ist für Selbstständige der entscheidende Punkt. Wer Metricool vor allem für LinkedIn nutzen will, kann den Free-Plan zum Kennenlernen der Oberfläche verwenden, aber nicht für den eigentlichen Zweck.
Metricool und Claude
Metricool betreibt einen offiziellen MCP-Server unter https://ai.metricool.com/mcp, dessen Quellcode offen auf GitHub liegt. Über ihn stellt Metricool Claude sieben Werkzeuge bereit: Beiträge anlegen, geplante Beiträge abrufen und ändern, beste Posting-Zeit je Netzwerk ermitteln, verfügbare Kennzahlen auflisten, Kennzahlen abrufen und Markeneinstellungen lesen. Die Inbox und die Verwaltung von Werbekampagnen sind nicht enthalten.
In Claude.ai und Claude Desktop wird Metricool über das Connector-Verzeichnis verbunden, ohne Konfigurationsdatei. Claude Code verbindet den Server mit einem Terminalbefehl. Die vollständige Anleitung mit Menüpfaden, Grenzen und Kosten steht unter LinkedIn mit Claude verbinden.
Zusätzlich bietet Metricool fertige Claude-Skills an, darunter Benchmarks für Instagram, YouTube und LinkedIn sowie einen Berichts-Agenten, der aus den Kontodaten einen teilbaren HTML-Report erzeugt. Ein Carousel-Agent, der Slides entwirft und einplant, setzt laut Anbieter einen Bezahltarif, Claude Desktop oder Claude Code und Node.js voraus.
LinkedIn in Metricool
LinkedIn lässt sich ab Starter verbinden. Je Marke wählst du entweder ein persönliches Profil oder eine Unternehmensseite; beides zugleich geht nur mit einer zweiten Marke. Für Unternehmensseiten verlangt LinkedIn Super-Admin-Rechte, wahlweise über das eigene Profil oder den LinkedIn Business Manager.
Eine Einschränkung kommt von LinkedIn selbst: Profilbilder werden nicht mehr über die Schnittstelle ausgeliefert. Neu verbundene Konten erscheinen in Metricool deshalb ohne Bild. An Planung und Auswertung ändert das nichts.
Datenschutz und Sitz
Betreiber ist die METRICOOL SOFTWARE, S.L., Calle Téllez 12, 28007 Madrid, Spanien, eingetragen im Handelsregister Madrid. Als spanisches Unternehmen unterliegt Metricool unmittelbar der DSGVO; die Rechtstexte benennen einen Datenschutzbeauftragten.
Was die Rechtstexte nicht ausdrücklich nennen, ist der Speicherort der Daten. Für Privatpersonen und Solo-Selbstständige ist das in der Regel unkritisch, weil Metricool ohnehin nur Daten verarbeitet, die auf den Plattformen bereits öffentlich sind, plus deine Zugriffstoken. Wer den Dienst für Kunden einsetzt und einen Auftragsverarbeitungsvertrag benötigt, sollte Speicherort und AV-Vertrag direkt beim Anbieter erfragen, bevor Kundenkonten verbunden werden.
Für die Claude-Anbindung gilt: Der Connector nutzt laut Metricool dieselben Berechtigungen wie dein Konto, Kontodaten werden nicht im KI-Modell gespeichert, und der Zugriff lässt sich in Claude jederzeit trennen.
Für wen sich Metricool lohnt
- Coaches, Berater und Freelancer mit zwei bis vier Netzwerken: Starter deckt LinkedIn, Instagram und Facebook ab, die Auswertung zeigt, welche Formate laufen, und Claude nimmt die Planungsarbeit ab. Das ist der typische Fall.
- Kleine Agenturen: ab fünf Kundenmarken mit Freigabeprozess wird Advanced nötig. Dafür entfällt das Hin und Her per E-Mail vor jeder Veröffentlichung.
- Nur LinkedIn, nur Posten: Wer ein einzelnes Profil bespielt und keine Auswertung braucht, kann Beiträge auch direkt auf LinkedIn planen. Metricool lohnt sich dann erst, wenn Claude die Beiträge anlegen soll oder ein zweites Netzwerk dazukommt.
- Newsletter-Versand: dafür ist Metricool nicht gedacht. Den Verteiler betreibst du in einem Newsletter-Tool; welches zu dir passt, zeigt unser Newsletter-Tool-Vergleich. Warum ein LinkedIn-Newsletter das eigene Tool nicht ersetzt, steht unter LinkedIn-Newsletter oder eigenes Newsletter-Tool?.
Alternativen
Im selben Segment arbeiten Buffer, Hootsuite, Later, Agorapulse und SocialBee; für reine LinkedIn-Nutzer Taplio. Keiner dieser Anbieter ist Partner dieser Website, und keiner wurde hier geprüft. Zwei Unterschiede lassen sich ohne Test benennen: Metricool ist der Anbieter, der im Connector-Verzeichnis von Claude gelistet ist, und Metricool hat seinen Sitz in der EU. Wer beides nicht braucht, sollte die Preisseiten der genannten Anbieter mit der Tabelle oben vergleichen.