Newsletter2Go war jahrelang eines der bekanntesten deutschen Newsletter-Tools. Wer heute danach sucht, findet die Marke nicht mehr – und steht vor zwei Fragen: Wer ist der legitime Nachfolger, und ist er noch die richtige Wahl für den eigenen Anwendungsfall? Beides beantwortet diese Seite, samt der alten Streitfrage „CleverReach oder Newsletter2Go", die heute anders heißt.
Was aus Newsletter2Go geworden ist
Die Kurzfassung der Firmengeschichte:
- 2011 in Berlin gegründet, wuchs Newsletter2Go zu einem der meistgenutzten Newsletter-Tools im deutschsprachigen Raum. Die Zielgruppe war von Anfang an der deutsche Mittelstand: Handwerksbetriebe, Händler, Vereine, Agenturen – Kunden, die ein Werkzeug auf Deutsch, mit deutschem Support und mit klaren Aussagen zum Datenschutz suchten.
- 2019 schloss sich Newsletter2Go mit dem französischen Anbieter Sendinblue zusammen. Die Produkte wurden schrittweise zusammengeführt, der Berliner Standort blieb erhalten und ist bis heute einer der Unternehmensstandorte.
- 2023 benannte sich Sendinblue in Brevo um. Bestandskonten aus der Newsletter2Go-Zeit wurden in die Brevo-Plattform überführt.
Der direkte Nachfolger von Newsletter2Go ist damit Brevo – ein Anbieter mit Sitz in Frankreich, Standort in Berlin, deutschsprachiger Oberfläche und deutschsprachigem Support. Unsere ausführliche Bewertung steht im Brevo-Testbericht.
Was der Wechsel für ehemalige Kunden bedeutet hat
Für Bestandskunden lief die Umstellung nicht als Datenexport im eigenen Haus, sondern als Plattformwechsel beim Anbieter: Die Konten wurden auf die gemeinsame Plattform überführt, Oberfläche und Bezeichnungen änderten sich, das Abrechnungsmodell ebenfalls. Wer damals dabei war, kennt die drei Punkte, an denen es typischerweise hakte – und sie sind bei jedem Anbieterwechsel dieselben:
- Die Abrechnungslogik. Newsletter2Go rechnete klassisch nach Kontakten und Versandpaketen ab. Brevo rechnet nach Versandvolumen ab: Die Kontaktzahl ist im Free-Plan unbegrenzt, begrenzt ist die Zahl der E-Mails (300 pro Tag im Free-Plan). Für große, selten bespielte Verteiler ist das ein Vorteil – für kleine Listen mit hoher Frequenz kann es umgekehrt sein.
- Die Automationen. Workflows und Autoresponder lassen sich zwischen Systemen nicht exportieren. Sie werden nachgebaut. Wer das nicht vorher dokumentiert hat, rekonstruiert hinterher aus dem Gedächtnis.
- Die Absenderauthentifizierung. SPF- und DKIM-Einträge zeigen im DNS auf den bisherigen Versandweg und müssen für den neuen gesetzt werden. Wird das übersehen, bricht die Zustellbarkeit ein – und zwar nicht sofort, sondern schleichend über mehrere Versendungen.
Wer sein Altkonto längst nicht mehr nutzt und heute neu entscheidet, ist an die damalige Migration ohnehin nicht gebunden. Für diesen Fall lohnt der Blick auf die Alternativen weiter unten.
„CleverReach oder Newsletter2Go?" – die Frage heißt heute anders
Die klassische Vergleichsfrage stellt sich 2026 als „CleverReach oder Brevo". Und die Antwort hängt an drei Kriterien: Wo stehen die Server, wie wird abgerechnet, und wie viele Kanäle sollen aus einem Werkzeug kommen?
| CleverReach | Brevo | |
|---|---|---|
| Herkunft / Server | Deutschland (Rechenzentren in Deutschland) | Frankreich, Server in Frankreich und Deutschland |
| Free-Plan | 250 Kontakte, 1.000 E-Mails/Monat | unbegrenzte Kontakte, 300 E-Mails/Tag |
| Einstiegspreis | Basic ab 15 €/Monat, Pro ab 18 €/Monat | Starter ab 7 €/Monat, Standard ab 15 €/Monat |
| Abrechnungslogik | nach Kontakten | nach Versandvolumen |
| Kanäle | Fokus E-Mail, deutscher Telefon-Support | E-Mail, SMS, Chat, Transaktionsmails, CRM-Funktionen |
| Note im Test | 4,2 / 5 | 4,3 / 5 |
Faustregel: Wer maximale Klarheit beim Datenschutz und deutschen Telefon-Support will, nimmt CleverReach. Wer eine große Liste günstig bespielen oder mehrere Kanäle aus einem Tool bedienen will, nimmt Brevo. Der Punkt-für-Punkt-Vergleich steht unter CleverReach vs. Brevo.
Welche Alternative passt zum typischen Newsletter2Go-Nutzer?
Die typische Newsletter2Go-Kundschaft war nicht die Agentur mit Automation-Bedarf, sondern der mittelständische Betrieb mit einem überschaubaren Verteiler, einer Person, die den Newsletter „nebenbei" macht, und dem Wunsch, beim Thema Datenschutz keine Diskussion führen zu müssen. Für dieses Profil kommen vier Anbieter in Frage:
| Anbieter | Server | Einstieg | Free-Plan | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|---|
| Brevo | Frankreich / Deutschland | ab 7 €/Monat | unbegrenzte Kontakte, 300 E-Mails/Tag | … du beim Nachfolger bleiben und zusätzlich SMS oder Transaktionsmails nutzen willst |
| CleverReach | Deutschland | ab 15 €/Monat | 250 Kontakte, 1.000 E-Mails/Monat | … Server und Vertragspartner ausschließlich in Deutschland liegen sollen |
| rapidmail | Deutschland (Freiburg, Frankfurt) | ab 15 €/Monat | kein Dauer-Free-Plan; Erstversand bis 2.000 Empfänger gratis | … der Versand einfach bleiben soll und deutscher Support wichtig ist |
| KlickTipp | Deutschland | ab 30 €/Monat | kein Free-Plan, 30 Tage Geld-zurück-Garantie | … aus dem Newsletter eine getaggte Automations-Strecke werden soll |
Die Testberichte im Detail: rapidmail und KlickTipp. Wer die deutschen Kandidaten direkt gegeneinander sehen will, findet den Vergleich unter CleverReach vs. rapidmail; alle acht getesteten Tools nebeneinander stehen im großen Vergleich.
Worauf du beim Wechsel achten musst
Ein Toolwechsel ist kein reiner Datenumzug. Diese fünf Punkte entscheiden darüber, ob er sauber läuft:
Opt-in-Nachweise mit exportieren
Nicht nur die Adressen, sondern auch Datum, Uhrzeit, Quelle und – wenn vorhanden – die Bestätigung des Double-Opt-in. Die Rechtsgrundlage deiner Liste sind diese Nachweise, nicht die Adressen selbst. Ohne sie kannst du im Streitfall nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO nichts belegen.
Kein neues Opt-in einholen – wenn die Nachweise stehen
Ein Anbieterwechsel berührt die Gültigkeit erteilter Einwilligungen nicht. Wer sicherheitshalber eine „Bestätigen Sie Ihre Anmeldung erneut"-Mail schickt, verliert regelmäßig einen großen Teil der Liste – oft ohne Not. Nur wenn keine Nachweise existieren, ist eine Reaktivierungs-Kampagne der saubere Weg.
Neuen Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen
Der AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO gilt für den alten Anbieter, nicht für den neuen. Bei allen hier genannten Tools liegt er im Konto zum Abschluss bereit. Danach die Datenschutzerklärung anpassen: Der Dienstleister und der Speicherort werden dort namentlich benannt.
Absenderdomain neu authentifizieren
SPF und DKIM beim neuen Anbieter setzen, DMARC-Berichte beobachten. Den alten Eintrag erst entfernen, wenn wirklich nichts mehr über das Altsystem läuft.
Automationen dokumentieren, bevor das Altkonto schließt
Screenshots der Workflows, Trigger-Bedingungen und Wartezeiten. Exportieren lässt sich das nirgends – nachbauen schon, aber nur mit Vorlage.
Alte Liste, neuer Anbieter: ein Sonderfall
Wer ein Newsletter2Go-Konto jahrelang nicht bespielt hat und die Liste nun zu einem neuen Tool mitnehmen will, sollte vor dem ersten Versand aufräumen. Adressen, die zwei oder drei Jahre nichts von dir gehört haben, sind zu einem erheblichen Teil nicht mehr aktiv – und ein Erstversand an eine solche Liste erzeugt genau die Signale, die einem jungen Absenderprofil schaden: hohe Bounce-Rate, wenige Öffnungen, im ungünstigen Fall Beschwerden.
Der pragmatische Weg: erst an die aktivsten Empfänger senden, das Volumen über zwei Wochen steigern, Bounces konsequent entfernen. Und inhaltlich mit einer Einordnung starten, woher die Adresse stammt und warum jetzt wieder eine Mail kommt – das senkt die Beschwerdequote deutlich. Die Details dazu stehen unter Zustellbarkeit, die rechtliche Seite in unserer DSGVO-Anleitung.
Fazit
Newsletter2Go existiert als Produkt nicht mehr, aber die Entscheidung von damals ist nicht verloren: Wer den Anbieter wegen deutscher Ansprechbarkeit und Datenschutz gewählt hatte, findet diese Eigenschaften heute bei CleverReach und rapidmail am deutlichsten wieder. Wer ihn wegen des günstigen Einstiegs und der breiten Funktionsliste gewählt hatte, ist beim Nachfolger Brevo richtig aufgehoben. Alle Tarife, Server-Standorte und Prüfdaten liegen als offener Datensatz vor.
Häufige Fragen
Als eigenständiges Produkt nicht mehr. Newsletter2Go schloss sich 2019 mit Sendinblue zusammen; 2023 benannte sich Sendinblue in Brevo um. Bestandskonten wurden in die Brevo-Plattform überführt – Brevo ist damit der direkte Nachfolger.
Auf die gemeinsame Plattform des zusammengeführten Unternehmens, die heute Brevo heißt. Brevo hat seinen Sitz in Frankreich und betreibt Server in Frankreich und Deutschland; der Berliner Standort aus der Newsletter2Go-Zeit blieb erhalten. Wer heute neu entscheidet, ist an diese Migration nicht gebunden.
CleverReach punktet mit Rechenzentren in Deutschland und deutschem Telefon-Support – die Wahl, wenn Datenschutz die Hauptrolle spielt. Brevo bietet unbegrenzte Kontakte im Free-Plan, den günstigeren Einstieg ab 7 €/Monat und zusätzliche Kanäle wie SMS und Transaktionsmails. Im Test liegt CleverReach bei 4,2, Brevo bei 4,3 von 5.
Nein – dokumentierte Einwilligungen bleiben beim Wechsel des Anbieters gültig. Wichtig ist, die Opt-in-Nachweise (Datum, Quelle) mit zu exportieren, weil du sie nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO nachweisen können musst. Nur wenn keine Nachweise existieren, ist eine Reaktivierungs-Kampagne der saubere Weg.
Für den klassischen Newsletter2Go-Anwendungsfall – überschaubarer Verteiler, eine zuständige Person, hoher Datenschutzanspruch – sind CleverReach und rapidmail die naheliegenden Kandidaten: beide mit Servern in Deutschland, deutschem Support und Einstieg ab 15 €/Monat. Brevo ist die Wahl, wenn es günstiger sein oder mehr als nur E-Mail abdecken soll.
Sie müssen nachgebaut werden. Kein Anbieter exportiert Workflows in ein Format, das ein anderer einlesen könnte. Deshalb vor der Kündigung des Altkontos alle Strecken dokumentieren: Trigger, Wartezeiten, Bedingungen und Mailtexte. Der Nachbau selbst ist Routine – die Rekonstruktion aus dem Gedächtnis nicht.